Marker- und IJsselmeer 2025

Holland

Kurz entschlossen habe ich auf der CCS-Website recherchiert, welche Segeltörns im Oktober noch durchgeführt werden und bin fündig geworden. Dieser Törn bringt mich ins Segelrevier Marker- und IJsselmeer. Wir starten vom Hafen in IJmuiden, eine nüchterne, aber gut ausgerüstete Marina mitten in einem Industriegebiet.

Samstag, 11. Oktober 2025 ⚓️ IJmuiden

Am Samstagmorgen angekommen, werden die Kajüten bezogen und dann die Aufgaben verteilt. Das sind Schiffsübernahme von der vorherigen Crew und einkaufen gehen. Ich bin bei letzterem eingeteilt und so fahren wir per Taxi zur nächsten Einkaufsgelegenheit. Christoph hat eine super Einkaufsliste zusammengestellt, so dass es Mike und mir einfach gefallen ist, die entsprechenden Lebensmittel zu finden. Retour geht es per Mini-Bus-Taxi in die Marina, wo alles in der Linjett 39 gebunkert wird. Nach Lunch und Sicherheitseinweisung fahren wir ein erstes Mal mit der Linjett aus. Gleich wird uns klar, dass wir uns in einer Fahrrinne bewegen, denn stetig nehmen die grossen Frachtschiffe Kurs auf die Einfahrt des Noordzeekanaals. Ausserhalb der Fahrrinne setzen wir Segel und sind gespannt, was die Linjett auf sich hat.

Sonntag, 12. Oktober 2025 ⚓️ IJmuiden – Almere

Nach einem reichhaltigen Frühstück gibt es den zweiten Teil der Sicherheitseinweisung von André. Dazu gehört ebenfalls, dass wir die Sicherheitsweste immer tragen und das Segelmesser jederzeit griffbereit ist. Eine notwendige Sicherheitsmassnahme sollte es in einer Schleuse mal nicht nach Plan gehen.
Da das Wetter doch eher trübe ist, entscheiden wir uns, über den Nordseekanal in das Markermeer zu fahren. D.h. konkret, dass wir alles unter Motor machen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück gibt es den zweiten Teil der Sicherheitseinweisung von André. Dazu gehört ebenfalls, dass wir die Sicherheitsweste immer tragen und das Segelmesser jederzeit griffbereit ist. Eine notwendige Sicherheitsmassnahme sollte es in einer Schleuse mal nicht nach Plan gehen.

Da das Wetter doch eher trübe ist, entscheiden wir uns, über den Nordseekanal in das Markermeer zu fahren. D.h. konkret, dass wir alles unter Motor machen.

In der Fahrrinne ist nun grosse Aufmerksamkeit verlangt. Wir haben nicht nur Gegenverkehr aus Richtung Amsterdam kommend, sondern werden auch von den grossen Frachtschiffen überholt, die ein flottes Tempo vorlegen. Dem Nordseekanal entlang reiht sich ein Fracht- und Industriehafen nach dem anderen auf. Kein Wunder, handelt es sich doch um den zweitgrössten Hafen – nach Rotterdam – in Holland. Schon bald wechselt jedoch die Kulisse, da wir immer mehr ins Stadtzentrum von Amsterdam kommen.

Kurz vor der Schleuse, durch die es ins Markermeer geht, machen wir unsere verdiente Mittagspause. Dann geht es zu unserem zweiten Schleusenmanöver. Kaum aus der Schleuse müssen wir noch auf das Öffnen der Brücke warten. Aus allen Richtungen streben Schiffe der Schleuse zu.

Alles geht recht zügig voran und wir befinden uns auf dem Markermeer, wo wir Kurs auf Almere nehmen. Unterwegs fahren wir an diversen Seezeichen vorbei und auch ein Inselchen mit Leuchtturm darf nicht fehlen. Trotz wenig Wind setzen wir zum Abschluss des Tages doch noch die Segel. So gibt es heute nicht ausschliesslich einen «Motorboot-Tag».

In der Muiderzand Marina in Almere kommen wir um 1700 Uhr an und haben 3 Seemeilen unter Segel und 26 Seemeilen unter Motor zurückgelegt.

Montag, 13. Oktober 2025 ⚓️ Almere – Hoorn

Die Windgötter sind uns nicht hold. Wir nutzen die Gelegenheit und üben im Hafen diverse Anlegemanöver. Nachdem alle ihre Manöver gefahren haben, geht es dann doch hinaus aufs Markermeer. Denn wir haben noch einen offenen to-do-Punkt und zwar das Setzen des Gennakers. Für das erste Mal ist es ideal, wenn es nicht zuviel Wind hat. Und so bereiten wir die «Tüte» mit dem Gennaker vor. Kontrolle – alles am richtigen Ort befestigt? Ja, es kann losgehen und wir rauschen bei wenig Wind über das Markermeer dahin!

Trotz wenig Wind ist es ratsam, aufmerksam zu bleiben, denn da fahren lange Lastkähne herum. Und auch auf die Ungetümer, die kontinuierlich die Fahrrinnen ausbaggern, ist ein Auge zu werfen. 

Kurz vor Hoorn bergen wir die Segel und machen uns für die Einfahrt in den Stadthafen klar. Zuerst offenbart sich uns eine sehr berührende Illumination des Himmels.

Dann konzentrieren wir uns auf die Einfahrt, denn die ist trickreich, weil es sehr eng ist. Wir gehen die Sache ruhig an, so dass wir auch noch die imposante Einfahrt auf uns wirken lassen können. Vor einer eindrücklichen Kulisse legen wir an der Quaimauer an.

Dienstag, 14. Oktober 2025 ⚓️ Hoorn – Enkhuizen

Das Wetter hat sich nicht gebessert und so fahren wir unter Motor bei Nebel aus dem Hafen von Hoorn. Eine fast gespenstische Stimmung, die sich vor uns auftut. Sie könnte fast aus einem PiratInnen-Film stammen 🏴‍☠️

Bald hellt sich das Wetter etwas auf und es kommt auch Wind auf und zwar gerade ideal, dass wir wieder den Gennaker setzen können. Wir weichen von der ursprünglich geplanten Route ab und geniessen das lautlose Dahinrauschen. Bald muss der Gennaker geborgen werden und hart am Wind geht es dann Richtung Schleuse vor Enkhuizen. Diese trennt das Marker- vom Ijsselmeer.

Die kurze Strecke nach Enkhuizen legen wir unter Motor zurück. Es wird deutlich, dass nicht mehr Hochsaision ist, denn wir können unseren Anlegeplatz auswählen. Es befinden sich noch andere CCS-Schiffe im Hafen und die Crews waren noch nie auf der Linjett. So kommt es, dass wir sozusagen «open sailing yacht» haben.

Mittwoch, 15. Oktober 2025 ⚓️ Enkhuizen – Lemmer

Da es am Morgen keinen Wind hat, nutzen wir die Zeit, um das Sturmsegel zu setzen. Ein weiterer Punkt, der noch auf der to-do-Liste steht, ist ankern.

 

Und so tuckern wir unter Motor aus dem Hafen und suchen uns einen günstigen Ankerplatz. Den finden wir «gleich um die Ecke».
Wir haben Glück und der Wind nimmt langsam, aber stetig zu. Die Gelegenheit nutzen wir, um nach Lemmer zu segeln.

Ein Auge immer auf der Tiefenanzeige segeln wir hart am Wind Richtung Lemmer. Vor Lemmer können wir einen riesigen Windpark bestaunen.

Wir bergen die Segel und dann geht es in die Fahrrinne, wo wir bis zur Schleuse eingangs Lemmer fahren. Leider haben wir zuviel Tiefgang und so müssen wir vor der Stadt anlegen.
Wir können jedoch beobachten, wie der Schleusenwart die Gebühr einzieht. Er hat eine Klompe an die Angelrute befestigt und lässt diese auf das Schiff runter. Jetzt können die Leute den entsprechenden Betrag reinlegen.

Vor dem Abendessen machen wir einen Spaziergang durch Lemmer. Es ergibt schon eine spezielle Atmosphäre, wenn Schiffe zur Stadtkulisse gehören.

Donnerstag 16. Oktober 2025 ⚓️ Lemmer – Medemblik

Und bereits bricht der letzte Segeltag an. Als erstes müssen wir tanken gehen. Und das wird eine «Millimeter-Arbeit», denn der Fahrweg zur Tankstelle ist nicht sehr tief. Dieses Mal hat hat der Wunsch … und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel … durchaus seine Berechtigung. Mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl schaffen wir es zur Tankstelle.

Die Ein- und Durchfahrt bis zu unserem Hafen in Medemblik zieht sich und es ist auch noch eine letzte Schleuse zu überwinden. Dieses Mal dauert es recht lange, weil der Niveau-Unterschied gute 3 Meter beträgt.

Wir meistern auch diese Schleuse ohne Probleme und können schon bald an unserer Enddestination anlegen. Die Linjett befindet sich in guter Gesellschaft mit anderen Segelyachten. Für uns steht nun das Inventarisieren und putzen an, da mit uns gleich auch die CCS-Saison in Holland ihren Abschluss findet.

Und so geht für mich ein weiterer, sehr lehrreicher Segeltörn mit einer aufgestellten Crew zu Ende. Euch – André, Paul, Christoph und Mike – vielen Dank für diese super Woche mit viel guten Diskussionen und Gelächter.